MIDGE URE 1981

Real Name: James Ure, geb. am 10. Oktober, Glasgow, Schottland

First record bought: "My Mind´s Eye", Small Faces

Bands: Slik, Rich Kids, Thin Lizzy, Visage

Lieblingsfarbe: grau oder schwarz

Lieblingsfilm: Casablanca

Synthesizers:

P.P.G. Wave 2.2, Yamaha SS30, EMULATOR II, Novation

MIDGE URE 2010

Interview - Midge Ure liebt all seine Songs

Midge Ure zählt zu den einflussreichsten und erfolgreichsten britischen Musikern der 80er Jahre. Unzählige Millionen-Hits gehen auf sein Konto. Im Frühjahr war er nach der Wiedervereinigung mit Ultravox auf Tour. Im Vorfeld seines Solo-Konzertes am 26. Oktober im Piano sprach WR-Redakteur Andreas Winkelsträter mit dem Schotten.

Sie haben eine sehr abwechslungsreiche Karriere hinter sich. Thin Lizzy, Slik, Visage, Ultravox. Wo liegt ihre Heimat?

Midge Ure: Das ist schon merkwürdig. Die meisten Musiker, die ich kenne, kategorisieren nicht, was sie machen. Sie machen einfach Musik. Und die Medien stecken sie in Schubladen. Das ist Elektro-Pop, das ist Techno, das ist Heavy Metal oder wie man es auch immer nennen mag. Für mich ist es einfach nur Musik. Das ist so, als wenn man in eine Bibliothek geht und all die Bücher sieht. Da sagt man ja auch nicht, nein dieses Buch lese ich nicht. Das wäre eine sehr enge Sicht auf die Dinge. Und wissen Sie, Gitarre bei Ultravox zu spielen ist nicht viel anders als bei Thin Lizzy. Oder Synthesizer zu spielen bei Visage ist ähnlich als ob ich mit dem Keyboard in meinem Studio spiele, wenn ich an meinen Soloalben arbeite. Ich fühle mich richtig gut, wenn ich die Solo-Akustik-Dinge spiele. Und ich muss das sagen, da ich gerade von Ultravox zurück bin. Das war mein Ding. Da habe ich mich wirklich zu Hause gefühlt, als ich Mitglied der Band wurde, 1979. Und so habe ich mich sehr wohlgefühlt, mit ihnen wieder ein paar Schritte gemeinsam gehen zu können.

War der Grund, dass Sie sich mit Ultravox so wohl gefühlt haben, der Grund für die Wiedervereinigung?

Ja, das glaube ich. Nach über 20 Jahren, in denen ich ein Teil von Ultravox war, ist es einfach, das zu vermissen, was Du gemeinsam gemacht hast. Wenn Du dann Dinge wiederentdeckt aus der Vergangenheit, merkst du auch, wie gut es war. Nicht alles. Aber Teile. Und diese Teile sind sogar spektakulär. Und das sind viele Erinnerungen, auch warum du die Musik damals gemacht hast. Und schon bist du wieder mittendrin. Es hätte aber auch total daneben gehen können. Wir haben sechs Wochen geprobt für eine drei Wochen andauernde Tour. Das ist lächerlich. Aber wir haben es gemacht und haben uns sauwohl gefühlt, diese vielen alten Melodien zu spielen.

Wird es denn auch eine Zukunft für Ultravox geben?

Das war schon eine Erfahrung, diese Wiedervereinigung. Wenn eine Band auseinanderbricht, ist das wie mit einer Beziehung. Und da bleiben dann auch hässlichen Erfahrungen. Und die verseuchen auch die schönen Erinnerungen. Sicher ist nicht alles schlecht, auch nicht in einer Beziehung. Doch man vergisst die schönen Tage. Das, was wir jetzt gemacht haben, hat die Türen für die Zukunft aber nicht zugeschlagen. Und wir wissen, dass wir wieder was gemeinsam machen können, auf der mitmenschlichen Ebene wie auch auf der musikalischen. Wenn was Interessantes kommt, eine Tour, ein Projekt oder ein Film, Filmmusiken, dann könnte wir was gemeinsam machen. Aber wir geben uns keinen Illusionen hin, was völlig Neues zu machen. Ultravox ist ein Teil von uns und jeder von uns ist ein Teil von Ultravox, keine Chance für junge Rockmusiker durchzustarten.

Sie hatten Riesenerfolge mit „Fade To Grey“ oder mit „Vienna“. Waren das eher Glücksfälle oder eine Last?

So etwas ist nur eine schwere Last, wenn du es zulässt. Solche Erfolge stellen dein Leben auf den Kopf. Sie machen dein Leben viel angenehmer und viel, viel einfacher. Anstatt vor einer kleinen Fangemeinde von 300 in Clubs zu spielen spielst du urplötzlich Festivals mit einigen zehntausend Leuten. Und das alles nur wegen eines einzigen Song. So etwas verändert alles. Aber ich kann darin kein Problem erkennen. Ein Problem hätte sein können, wenn wir auf Plattenfirmen gehört hätten, die uns dann in eine bestimmte Schublade sperren wollten. Sie hätten uns womöglich gefragt: „Warum nennt ihr euer nächsten Album nicht Tokio?“ Die dachten, du schreibst einfach nen Song über eine andere Stadt und schon ist das erneut ein riesiger Erfolg. Aber daran haben wir uns nie gestört. Das Problem ist eher, keinen riesigen Erfolg mit einem Song zu haben. Denn dann kannst du dein nächstes Musik-Projekt nicht finanzieren.

Denken Sie oft an diese erfolgreichen Zeiten zurück. Haben Sie einen Song, der in Ihnen Emotionen wachrüttelt?

Da gibt es jede Menge Emotionen, wenn man in die Vergangenheit zurückgeht. Nicht immer ist es nur Spaß und Rock’n’Roll, Sex & Drugs, wenn man in einer Band Songs kreiert. Da ist auch ein sehr emotionales Band zwischen den Bandmitgliedern. Der Respekt, den man untereinander hat. Da passiert was Magisches, wenn du die richtige Verbindung unter den Menschen entdeckst. Und wenn das stirbt, ist das ein sehr trauriger Moment. Und dieser Moment weckt ungeheure Emotionen in mir. Als ich damals „All Fall Down“ für Ultravox, das wir mit den Chieftains gespielt haben, das war sehr, sehr emotional. Denn es markierte sozusagen das Ende von Ultravox. Aber gleichzeitig auch das Entstehen eines Songwriters. So war es gut und in einer anderen Weise für mich auch extrem traurig und sehr schlimm.

Nach dem Ende von Ultravox haben Sie da ans Aufhören gedacht oder zu einem anderen Zeitpunkt?

So was überlegt man sicher irgendwie jeden Tag. Denn jeder Künstler hat Tiefpunkte. Und das geht sicher jedem so, sicher auch einem Robby Williams, der ein Millionenpublikum hat. Jeder macht sich Gedanken, ob er einmal verschwunden sein wird, ob er den nächsten Song genauso gut schreiben wird wie den letzten. Und man hat auch Selbstzweifel, ob man frisch ins Studio gehen kann, voller Energie Songs schreiben kann, lebendig. Manchmal ist man eben ausgebrannt. Man zweifelt, ob man das richtige tut und schreibt. Aber das haben auch andere Menschen, die zur Arbeit gehen.

Wo nehmen Sie die Kraft her, immer weiter auf Tour zu gehen, die Inspirationen?

Ich kann einfach nichts anderes machen (lacht). Da war ein Moment als Bob Geldorf und ich „Band Aid“ aufgebaut haben. Wir saßen in einem kleinen Café. Haben Ideen gesammelt. Zwei Stunden lang und wir haben nur lächerliche Ideen zusammengetragen. Und letztlich kamen wir zu dem Schluss: Das einzige, was wir wirklich können, ist einen Song zu schreiben. In dem Metier sind wir Fachleute, in keinem anderen. Und ich bin glücklich, einen Beruf zu haben, den ich liebe. Und so ist das kein Problem für mich weiterzumachen, auf Tour zu gehen. Msuik zu machen. Im Gegenteil: Ich liebe das.

Wenn Sie in die Zukunft blicken, welche Musik wird für Sie da sein. Ultravox? Solo?

Ehrlich, das weiß ich nicht. Ich setze mich nicht hin und sage mir: Nächstes Jahr machte ich Musik mit vielen Flöten untermalt, Tambourins und ein paar Harfen im Hintergrund. Und ich gehe nicht ins Studio und zwinge mich, was zustande zu bringen. Ich gehe ins Studio, wenn ich eine Idee habe und hoffe, dass das alles zu einem Gesamtwerk wird, die Produktion, der Sound, der Text, die Musik. Und ich habe oft nicht die Vorstellung, was dabei herauskommt, wie das am Ende klingen könnte. Aber ich folge meinem Instinkt. Manchmal funktioniert das. Dann ist es wundervoll und die Leute sind total begeistert. Und manchmal ist es einfach nur ein völliges Durcheinander. Und du fängst wieder von vorne an.

Sie sind ständig auf Tour. Haben Sie da noch Zeit für ein neues Album?

Ja sicher. Ich arbeite an einem neuen Album, immer dann, wenn ich nicht auf Tour bin. Immer wenn ich Zeit habe, mal keinen Taxifahrer für meine Töchter spiele, bin ich in meinem Studio. Aber ich habe keinen Druck von einer Plattenfirma. Ich lasse mir Zeit und bringe es auf das Level, das ich für richtig und gut halte. Denn ich muss damit für den Rest meines Lebens zurecht kommen. Ich muss es lieben. Zudem soll es sich ja auch den Menschen gefallen, nicht nur dem Hardcore-Fans, der Album für Album kauft. Und deshalb muss ich mit dem Album erst zufrieden sein. Und genau dann kommt es raus, nicht eher.

Wenn Sie in Dortmund auftreten, haben Sie Songs für fünf, sechs oder mehr Stunden. Wie wählen Sie aus?

Songs sind wie deine Kinder. Du liebst sie alle, egal was passiert. Aber manchmal magst du sie nicht so sehr. Und mich stört es nicht, ob es ein sehr populärer Song ist, ein erfolgreicher. Manchmal bin ich gelangweilt, gerade diese zu spielen. Da gibt es dann auch zwei, drei Songs, die ich nie vergesse, vor allem, wenn ich sie mit einer akustischen Gitarre spiele, wie in Dortmund. Und so suche ich sie sehr sorgfältig aus. Denn einige passen zur akustischen Gitarre sehr gut, andere nicht. Und so gibt es auch in Dortmund einige Songs, die ich noch nie live gespielt habe. Welche, das verrate ich nicht.

[Source: Dortmund, 20.10.2010, DerWesten]

Interview Midge Ure: "Deutsche Fans sind sehr loyal"

Bochum. Gerade haben Ultravox ihre Reunion-Tour beendet. Im Interview spricht Frontmann Midge Ure über seine Band, vom Ruhrgebiet und der Loyalität der deutschen Fans.

Hallo Midge, wie war Dein Tag bisher?

Midge Ure: Ich habe den Tag damit verbracht, all die Dinge zu erledigen die man macht, wenn man nicht auf Tour ist. E-Mails, Internet und solche Sachen, das ist schwierig wenn man auf Reisen bist. Dafür einen Tag Zeit zu haben ist perfekt.

Der zweite Teil der erfolgreichen Return to Eden-Tour ist nun fast vorbei und alle, inklusive Ultravox selbst, scheinen überwältigt von den durchweg positiven Reaktionen. Wie fühlst Du Dich, wenn Du auf die vergangenen Monate zurückschaust?

Ure: Es ist ein seltsames Gefühl. Wir hatten nie ernsthaft darüber nachgedacht, die Idee umzusetzen und machten uns Sorgen, ob wir als Band auf Tour noch funktionieren. Wir wussten nicht, ob die Fans kommen würden um uns zu sehen. Schließlich ist viel Zeit vergangen. Und jetzt, ein Jahr später, sind wir vom Tourerfolg überwältigt. Die Kritiken waren alle sehr gut und ich glaube, wir vier haben unsere Sache gut gemacht, so wie Ultravox es immer gemacht hat.

Es war keine billige, geschmacklose Aktion, die darauf abzielte einfach nur Geld zu verdienen. Gute Shows und tolle Sounds. Wir haben viel Zeit damit verbracht, die Musik so klingen zu lassen, wie sie klingen soll. Hätten wir einfach nur das Geld gesehen, dass wir verdienen können, wäre das der falsche Ansatz gewesen, so etwas wie ein Banküberfall mit vorgehaltener Pistole. Das ist nicht dass, was wir vermitteln wollten. Darum sind wir unglaublich glücklich darüber, dass den Fans die Konzerte scheinbar gefallen haben.

Die Return to Eden-Tour wurde mal als Nostalgie mit Rückgrat und Stolz bezeichnet.

Ure: Ja, das denke ich auch. Darum ging es die ganze Zeit und es gab keinen anderen Grund. Wir wollten Ultravox nicht einfach nur um der Band willen wieder zusammen bringen, denn momentan sind wieder viele Bands aus den achtziger Jahren auf Tour. Wir alle waren uns darüber einig, dass wir eine Reunion als Würdigung verstehen. Eine Würdigung dessen, was wir als Band vor 25, 30 Jahren vollbracht haben. Und genau das haben wir gemacht. Und jetzt, wo wir uns entscheiden haben dieses Kapitel zu beenden, können wir es hoch erhobenen Hauptes tun. Wir haben es gut gemacht und mehr können wir nicht erwarten.

Mit all dieser positiven Resonanz hat es doch sicher innerhalb das Band Gespräche darüber gegeben, weiterzumachen und vielleicht sogar neues Material zu veröffentlichen.

Ure: Dazu gab es im letzten Jahr eine Menge Fragen und wenn Du jedes einzelne Mitglied der Band befragst, bekommst Du von jedem eine andere Antwort. Ich selbst bin nicht davon überzeugt, dass das der richtige Weg wäre. Der Grund dafür ist, dass wir eine viel längere Zeit getrennt waren, als wir als Band, als Einheit, je zusammen waren. Wenn man die Zeit, damals und heute gesamt betrachtet, sind es nur sechs oder sieben Jahre. Zwanzig Jahre lang sind wir getrennte Wege gegangen, das bedeutet, dass wir unterschiedlich denken. Wir müssten in der Lage sein, etwas Neues schaffen, dass den gleichen hohen Standard hat wie die momentane Tour.

Wir müssten etwas schaffen, auf das wir unglaublich stolz sein könnten. Etwas, von dem man sagen kann: „Ich hätte es nicht besser machen können.“ Ich bin nicht sicher, ob wir das hinbekommen. Der einzige Grund der unsere Meinung ändern könnte, ist die Tatsache, dass das letzte Ultravox-Album „U-Vox“ richtig schlecht war. Keiner von uns ist besonders stolz darauf. Es gibt auf dem Album interessante Momente aber es war kein Ultravox-Album. Es ist eine Schande, dass es das Letzte war, was wir zusammen gemacht haben. Das wäre vielleicht ein Grund etwas Neues zu machen. Auf die Bühne zu gehen und alte Songs zu spielen ist das eine, neue Songs zu produzieren, etwas ganz anderes.

Warum findet das letzte Deutschland-Konzert hier in der Zeche Bochum statt?

Ure: Wir suchen die Locations nicht selbst aus. Nachdem der Tourplan stand, fragte uns Lars von LB Events, ob wir einen letzten zusätzlichen Club-Gig hier in Bochum machen würden. Wir hatten anfangs Bedenken, denn wir mögen eher die großen Theaterbühnen für unsere Shows. Doch im Nachhinein waren einige der besten Konzerte, die wir während der Tour hatten, Club-Gigs. Das Konzert in Modena/Italien war fantastisch. Es war heiß, wild, verrückt und alle schwitzten und auch der Auftritt in Hamburg in der „Großen Freiheit“ war unglaublich. Ein fürchterlich alter Rockclub aber die Atmosphäre war einfach super.

Vor zwanzig Jahren war Deine Geburtsstadt Glasgow Kulturhauptstadt und 2010 ist das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas. Hast Du da etwas davon mitbekommen?

Ich war ja oft schon oft hier in Bochum und habe auch die Hinweisschilder auf der Autobahn gesehen aber ehrlich gesagt habe ich mich hier nie länger aufgehalten. Ich hab das Konzert gegegeben und bin dann weitergezogen. Wir haben in der Vergangenheit oft in der Gegend gespielt und Billy (Currie) und Warren (Cann) haben eine fantastische Erinnerung an die Zeit damals. Gestern auf dem Weg vom Flughafen Düsseldorf hat Billy uns immer wieder auf die Orte hingewiesen, an denen wir gespielt haben. Beim Abendessen haben wir uns die ganzen Zeit darüber unterhalten, wo wir vor 25 Jahren waren und was seitdem alles passiert ist.

Es gibt zwischen Glasgow und dem Ruhrgebiet ja eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten.

Ure: Das war hier eine sehr stark industrialisierte Region wie es auch Glasgow war. Stahlfabriken, Werften und so weiter. Für mich war Glasgow einfach mein Zuhause. Ich glaube jedoch, wenn man in einer Umgebung aufwächst, die von harter Arbeit geprägt ist, lässt das etwas Besonderes entstehen. Meiner Meinung nach kommt der Großteil der guten und interessanten Rockmusik aus der Arbeiterschicht. Sie kommt nicht aus der Mittelschicht, nicht aus der Oberschicht.

Genesis ist vielleicht die Ausnahme der Regel aber das meiste kommt von hart arbeitenden Menschen aus eher armen Regionen. Blues, Jazz, Rock generell. Die Beatles, Oasis, um nur einige Beispiele zu nennen. Viele der großen Bands haben in diesem Milieu ihre Wurzeln. Und vielleicht ist das Grund dafür, warum diese Regionen kulturell jetzt so interessant sind - weil vieles von den Menschen selbst geschaffen wurde. Es ist keine Kultur die von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurde. Es ist Kultur, die selbst kreiert werden musste und die Währung der Kultur ist die Kunst. Musik, Malerei, Schreiben und Architektur.

Du bist ein großer Fan von Charles Rennie Mackintosh

Ure: Das stimmt. Mackintosh hat Ende des neunzehnten Jahrhunderts diese unglaublich futuristischen Dinge entworfen, die damals niemand verstanden hat. Heute verstehen wir es. Er war seiner Zeit weit voraus. Als Musiker und Künstler kann ich das wunderbar nachvollziehen. Oft komponiert man etwas und denkt: "Dass ist das Beste, was ich jemals geschrieben habe." Und dann wundert man sich darüber, wenn es keiner so recht versteht. Manchmal, viel später im Leben, zeigt es sich, dass man Recht hatte.

Die Art und Weise, wie Warren Cann Schlagzeug spielt ist doch dafür auch ein gutes Beispiel.

Als ich 1979 zu Ultravox stieß, spielte Warren schon mit Drumcomputern. Er ließ sie nicht einfach nur laufen, sondern spielte fast wie ein Roboter zu den Computern. Das konnten die meisten Schlagzeuger damals nicht. Er wollte am Schlagzeug wie eine „Menschmaschine“ sein. Heute haben die meisten Musiker das sogenannte „In-Ear-Monitoring“ oder sie spielen mit Clicks. Sie spielen zu festen Schablonen und diesen „robotischen Rhythmen“. Warren hat das schon gemacht, bevor ich zu Ultravox kam.

Neben Großbritannien war Deutschland ja gemessen an der Anzahl der Shows der „Hauptschauplatz“ der Return to Eden-Tour.

Ure: Ich möchte niemanden verärgern aber ich glaube unsere meisten Fans kommen aus Großbritannien und Deutschland. Die deutschen Fans sind unglaublich loyal. Das gilt nicht nur für Ultravox, sondern auch für andere Bands die ausschließlich in Deutschland touren. Wenn man Fans in Deutschland hat, denen die Arbeit der Band gefällt, dann gefällt sie ihnen für immer. Die Verbindung zwischen Konsument und Künstler ist extrem stark, bei Ultravox war es jedenfalls immer so. Das gilt auch für meine Soloprojekte.

In Deutschland kommen die Fans um uns zu sehen, sie würdigen dass, was wir tun und nicht was wir sind. Es geht ihnen nicht um Trends, Looks oder Mode. Tatsache ist, wer etwas tut was gegen die gerade vorherrschenden Trends geht, hat in Deutschland wirklich gute Chancen treue Anhänger zu finden. Es gibt nach wie vor eine starke Verbindung zwischen uns und den Fans, wir nehmen das durchaus wahr. Was die Konzerte angeht so glaube ich nicht, dass wir auch nur ein einziges schlechtes Konzert während der Tournee hatten. Wir sind nicht einmal von der Bühne gegangen und haben uns gefragt, wofür das jetzt gut war.

Ihr seht alle sehr zufrieden aus..

Ure: Ja, das sind wir und das sieht man. Es geht uns sehr gut. Ich habe es ja heute morgen getwittert. Wir nähern uns dem Ende der Tour und es ist ein bisschen schade und traurig, dass es jetzt zu Ende geht. Es hat auf allen Ebenen wunderbar funktioniert - musikalisch, persönlich, die Interaktion mit den Fans. Alles hat von Anfang an gestimmt. Es gab keinen Streit, keiner hat einen Tourkoller bekommen, keine Rockstarallüren. Wir haben die Tour einfach gemacht, es war toll, es lief reibungslos und hat Riesenspass gemacht.

[Source: www.derwesten.de - Musik und Konzerte, 07.05.2010, Beatrix Gutmann]

Interview Midge Ure

„Wir hatten alle große Egos“

Wieder auf Tour: Ultravox    Die wiedervereinigte New-Wave-Institution Ultravox tourt durch Deutschland. Im Interview spricht Frontmann Midge Ure über Nostalgie, Schnurrbärte und die Queen.

Mit der längst zum Klassiker gewordenen Single „Vienna“ schaffte die Synthiepop-Formation Ultravox vor 30 Jahren den Durchbruch. Das dazugehörige gleichnamige Album war das erste, auf dem der schottische Sänger Midge Ure (56) die Position am Mikrofon übernahm. Ein Glücksfall für die Band: Ultravox waren bis Mitte der Achtziger aus den Charts nicht mehr wegzudenken, reihten mit Songs wie „Hymn“, „The Voice“ und „Dancing With Tears In My Eyes“ Hit an Hit.

Midge Ure war aber auch als Solist erfolgreich – und das nicht nur mit selbst gesungenen Titeln wie „If I Was“ und „Breathe“, dem 1996 veröffentlichten Song aus der „Swatch“-Werbung. Der heute 56-Jährige schrieb für die New-Romantic-Kombo Visage den Nummer-eins-Hit „Fade To Grey“; und auch die Band-Aid-Single „Do They Know It’s Christmas Time?“ stammt aus seiner Feder. Für sein Engagement um die Afrika-Hilfe an der Seite von Sir Bob Geldof wurde er von der Queen mit einem Orden ausgezeichnet.

Im vergangenen Jahr beschlossen Ultravox, sich für eine Tournee wiederzuvereinen. Ihre Konzertreise führt sie diese Woche auch nach München, Offenbach, Köln, Hannover, Hamburg, Berlin und Bochum. Im Interview offenbart Midge Ure, was ihn nostalgisch werden lässt, wieso er nicht als Diva taugt und warum er die BBC verklagen will.

FOCUS Online: Mr. Ure, als Solist haben Sie in den letzten Jahren oft in Deutschland gespielt. Wie fühlt es sich an, nun für sieben Shows mit Ultravox hierhin zurückzukehren?

Midge Ure: Wir hatten immer schon eine starke Bindung zu Deutschland, nicht nur was die Konzertreisen betrifft. „Vienna“ wurde im Conny-Plank-Studio vor den Toren Kölns abgemischt. Das war Ende 1979. Der Song bedeutete den Durchbruch für uns.

FOCUS Online: Haben Sie von der aktuellen Facebook-Kampagne der Fans gehört, die „Vienna“ 30 Jahre nach Veröffentlichung doch noch eine Nummer-eins-Platzierung in den britischen Charts bescheren soll?

Ure: Ich habe vermieden, darin involviert zu werden. Denn für Ultravox tat „Vienna“ das, was es tun sollte: Es veränderte alles in unserem Leben. Es macht also gar keinen Unterschied für uns, ob es damals auf Platz eins war oder nicht. Das ist wohl eher für die Fans wichtig.

FOCUS Online: Werden Sie den Song selbst auch herunterladen?

Ure: Nein, ich habe in meinem Leben schon mehr Exemplare der Single erhalten, als Sie sich überhaupt vorstellen können!

FOCUS Online: Joe Dolces „Shaddap You Face“ hat den Triumph damals verhindert.

Ure: Im Vergleich zu „Vienna“ sicherlich ein sonderbarer Klassiker. Bei „Night Of The Proms“ kann man den jedenfalls nicht spielen. (lacht)

FOCUS Online: Anfang der Achtziger gaben Sie mit Schnurrbart und Koteletten den Dandy.

Ure: Ich bezeichne das als meinen Movie-Star-Look. Als junger Mensch war es fantastisch, in diese romantische Welt abzutauchen. In den Achtzigern musste man nicht sein eigenes Leben leben. Man konnte jemand anders sein, indem man einfach nur andere Sachen anzog. Trotzdem wollte jeder anders aussehen als der andere. So einen Schnurrbart hatte sonst keiner.

FOCUS Online: Von den Videos bleibt besonders „Dancing With Tears In My Eyes“ im Gedächtnis, in dem Ultravox ein apokalyptisches Kalter-Krieg-Szenario schufen.

Ure: In vielen Videos sah man Künstler mit langbeinigen Models auf teuren Jachten abhängen. So sahen sich damals die Rockstars. Da wir aber bei unseren Videos selbst Regie führten, Konzepte und Ideen hatten, reflektierten sie auch das, worum es in der Musik ging. Ich stellte mir vor, was ich tun würde, wenn ich nur noch die Länge eines Popsongs zu leben hätte. Aber du könntest gar nichts tun. Du würdest dich mit einem geliebten Menschen umgeben, dein Lieblingsstück laut aufdrehen und mit Tränen in deinen Augen tanzen. Das genau tun wir im Video.

FOCUS Online: Bei welchem Ultravox-Track werden Sie nostalgisch?

Ure: Wenn ich „Man Of Two Worlds“ höre, das nie eine Single war, überkommen mich die Gefühle. Den Text dazu schrieb ich, als ich mit unserem Bassisten Chris Cross in einem fetten US-Jeep in die schottischen Highlands fuhr. Wir parkten an den Klippen und sogen die Atmosphäre auf. Der Song hat viel von meinen schottischen Wurzeln. Ein Mädchen in Gälisch singen zu lassen war ziemlich skurril für eine Band wie Ultravox. Später haben wir mit der irischen Folkgruppe The Chieftains eine Single aufgenommen. Ich mochte an Ultravox, dass wir ausbrechen konnten aus dem, was gemeinhin als Synthiepop gesehen wurde. Gute Musiker zu sein war wichtiger als die Tatsache, dass wir elektronische Instrumente benutzen.

FOCUS Online: Warum haben Sie überhaupt Ultravox 1987 verlassen?

Ure: Als ich mich für Band Aid und Live Aid engagierte, hielt mich das für lange Zeit von Ultravox fern. Bei meiner Rückkehr hatten wir uns alle verändert. Wie in einer Ehe, die nicht mehr funktioniert. Als ich den anderen meinen Entschluss mitteilte, wollten sie auch gehen. Letzten Endes gingen wir alle. Ohne finale Tour, ohne Trennungstragödien.

FOCUS Online: Also war es nicht Ihr Ego, das die Band zum Split führte?

Ure: Ich glaube, wir hatten alle große Egos. Es war nicht so, dass ich dachte, ich könnte es allein besser machen. Es wurde einfach sehr offensichtlich, dass Ultravox etwas verloren hatte. Wir feuerten beispielsweise unseren Drummer Warren Cann, der ein Gründungsmitglied war. Und ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, warum. Und das letzte Ultravox-Album war nicht mal eines. Es war nur ein Bündel aus Ideen auf CD gebrannt.

FOCUS Online: Eine Ironie des Schicksals, dass nach Live Aid viele der dort aufgetretenen Künstler zu Weltstars wurden.

Ure: Haha, ja, das ist so typisch für Ultravox! Bands wie U2 oder die Simple Minds wurden zu Megastars. Und wir lösten uns nach unserem Auftritt einfach auf.

FOCUS Online: Und heute gibt es bei Ultravox keine Zickereien mehr?

Ure: Ach nein, ich tauge auch gar nicht als Diva. Ab dem Moment, als wir wieder mit Warren zusammenkamen, der in Los Angeles lebt und bei den ersten Treffen nicht dabei war, verschwanden auch noch die letzten Animositäten. Aber ich habe sowieso immer gut über die Mitglieder und Ultravox geredet. Es war mein Glücksmoment, als ich bei Ultravox einstieg. Es ist bis heute die für mich bedeutendste Phase meines musikalischen Schaffens.

FOCUS Online: Und Sie versprechen uns, kein neues Ultravox-Album aufzunehmen?

Ure: (lacht) Das wäre doch langweilig! Ich wäre der Erste, der zugeben würde, wie klischeemäßig eine Reunion ist. Den Grund des Geldes gibt es bei uns nicht, wir bringen dafür eher noch welches mit. Wir machen die Tour, um die Musik, die viele für frisch und relevant halten, noch mal auf die Bühne zu bringen – in tollem Sound und in unglaublicher Atmosphäre. Doch was wir uns überlegt haben und gerne aufnehmen würden, wenn man uns etwas in der Richtung anböte, wäre ein Filmsoundtrack!

FOCUS Online: In einem Bericht der BBC wurde jüngst behauptet, dass nur fünf Prozent der Spendengelder von Band Aid bzw. Live Aid die Hilfsbedürftigen erreicht hätten, der Rest sei in die Hände von Rebellen gelangt, die Waffen von dem Geld gekauft haben sollen. Was können Sie dazu sagen?

Ure: Was dort angedeutet wurde, ist höchstgradig unanständig! Wie hätten wir es sonst schaffen können, Hunderttausenden von Menschen das Leben zu retten? Von allen Wohltätigkeitsorganisationen wurde Band Aid am meisten auf den Prüfstand gestellt – von der Planung bis heute. Alle Hilfsorganisationen, mit denen wir jemals zusammengearbeitet haben, stehen an unserer Seite – das zeigt, wie lächerlich diese Gerüchte sind. Es wurden scheußliche, persönlich angreifende Artikel über Bob geschrieben. Als Band-Aid-Treuhänder kann ich Ihnen sagen, dass wir uns rechtliche Schritte gegen die BBC überlegen. Denn das ist nichts, was wir leichtnehmen. Ich war erst im November wieder in Äthiopien, um mich von der Lage vor Ort zu überzeugen. Das alles weckt nur Misstrauen bei Spendenwilligen. Und es verdirbt die Erinnerung an diesen magischen Moment im Leben der Menschen, den es seit 26 Jahren gibt.

FOCUS Online: Viel erfreulicher ist indes, dass die Queen Ihnen für Ihr Engagement 2005 einen Ritterorden verliehen hat und Sie für Ihr musikalisches Werk mit zahlreichen Doktorwürden von Universitäten in Schottland und Großbritannien geehrt wurden.

Ure: Das ist fantastisch. Mir tun nur die armen Studenten leid, die für ihren Doktortitel vier Jahre die Universität besuchen müssen, während ich ihn für lau bekomme. Was die Queen angeht, war ich wirklich beeindruckt, wie gut sie über unsere Hilfsprojekte informiert war. Und meinen Kindern bot sich so die Möglichkeit, sich im Buckingham Palace umzusehen. Das ist doch der Traum jedes kleinen Mädchens, in einem Schloss die Königin zu treffen. Nach zwei Stunden sind sie allerdings eingeschlafen.

[Source: Sonntag 25.04.2010 • von FOCUS-Online-Autorin Katja Schwemmers]

Interview with Midge Ure

Den Schotten Midge Ure kann man wunderbar in die Schublade 'Stiller Held' stecken. Das ist aber auch das einzige Attribut, was man bei ihm in eine Schublade einsortieren kann.

Viel zu umfangreich ist sein musikalisches Schaffen, um es kurz abhaken zu können. Der 1953 in Glasgow geborene Ure ist u.a. Gründer von Ultravox, Solo erfolgreich und hat mit Bob Geldof das 'Live Aid'-Projekt ins Leben gerufen. Genug Material also für ein nettes Interview.

An diesem Sonntag betrat ich den heiligen Backstagebereich der 'Kufa' und mich erwartete ein zurückhaltender, aber sehr aufmerksamer Midge Ure. Auf dem Tisch standen Balisto und Bananen - vom Rock ´n´ Roll-Lifestyle keine Spur. Mit seinem markanten schottischen Akzent und ruhiger Stimme erzählte mir der äußert sympathische Zeitgenosse einiges über seine Arbeit und seine Einstellung zum Thema 'Berühmt sein'.

RockTimes: Du bist alleine auf Tour- nur du und deine Gitarre auf der Bühne. Vermisst du nicht manchmal eine Band im Hintergrund, mit der du zusammen spielen kannst?

Midge: Ja und Nein. Zum einen ist es natürlich schön, wenn man auch mal vom Mikro wegtreten kann und nicht immer im Mittelpunkt steht, aber andererseits bin ich mein eigener Chef auf der Bühne und kann spontan ohne Absprache spielen, was mit einfällt. Das mache ich auch jeden Abend so. Ich habe zwar ein Konzept, aber wenn ich denke, ich müsste jetzt ein Lied etwas anderes interpretieren, setze ich das auch spontan auf der Bühne um.

RockTimes: 'Anders interpretieren' ist ein gutes Stichwort. Du spielst heute Abend einen Querschnitt deines gesamten musikalischen Schaffens. Wie bist du vorgegangen, als du dich entschieden hast, auch die synthie-lastigen Lieder von Ultravox nur mit Gitarre zu spielen?

Midge: Ich las einmal von einem großen Liedermacher den Spruch, dass ein Song nur dann wirklich gut ist und Substanz hat, wenn man ihn auch ohne Band mit minimalsten Mitteln spielen kann und er dann noch funktioniert. Bei der Arbeit zu diesem Bühnenprogramm habe ich verstanden, was er damit meinte. Manche Lieder kann man einfach nicht ohne Keyboard oder Drums spielen. Gott sei Dank habe ich aber festgestellt, dass ein Großteil der alten Ultravox-Nummer auch unplugged funktionieren. Sogar "Vienna" funktioniert völlig ‚nackt' nur mit Akustikgitarre. Ich brauchte einige Zeit, bis ich das auch umsetzen konnte, aber schließlich habe ich ein Art und Weise gefunden, wie ich gerade diesen Song auch in dieser Form umsetzten kann, ohne dass der Kern des Lieds verloren geht.

RockTimes: Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, eine Solotour zu machen?

Midge: Vor ein paar Jahren hat mich die Plattenfirma gebeten, eine Amerikatour mit einigen klassischen Singer/Songwriter zu machen (Anmerkung: Musiker singen ihre Lieder und erzählen Geschichte zu den Songs- vergleichbar mit 'VH1-Storyteller').

Ich war zunächst nicht sehr begeistert, habe mich dann aber doch breitschlagen lassen. Im Nachhinein war es ein tolles Erlebnis und ich habe sehr viel gelernt auf dieser Tour. Als ich dann vor ca. 10 Jahren das erste Mal in dieser Form in Europa tourte, wussten die Leute nicht so recht, wie sie das einschätzen sollten. Heutzutage sieht die Sache anders aus, denn Leute wie James Blunt singen live ihre Lieder auch ohne große Show und Effekte. Nur der Musiker und das Lied. Ich begrüße diese Entwicklung, denn am Erfolg von James Blunt kann man sehen, dass es durchaus wieder eine Nachfrage für klassische Singer/Songwriter gibt, die einfach nur ihre Lieder vor Publikum singen.

RockTimes: Ich habe vor ein paar Tagen ein Interview mit James Blunt gelesen und der Journalist, der das Interview führe, hat ihn mit Chris de Burgh verglichen, worauf der sonst so ruhige Blunt sehr böse wurde.

Midge: (lacht herzlich los) Das kann ich gut verstehen, dass man sauer wird, wenn man mit Chris de Burgh verglichen wird. Da bin ich ganz auf James Blunts Seite.

RockTimes: Mir ist aufgefallen, dass du Anfang der 80er viele Projekte parallel laufen hattest. War dies nicht eine sehr stressige Zeit für dich?

Midge: Nein, eigentlich nicht. Ich hatte damals das erste Mal die Möglichkeit, alleine in einem Tonstudio zu arbeiten und zu experimentieren. Das war eine tolle Sache und zu dieser Zeit war ich sehr von den damals angesagten deutschen Elektronikbands fasziniert, wie Kraftwerk, Neu oder La Düsseldorf. Das hat mich dann auch zu "Fade To Grey" für Visage inspiriert. Parallel habe ich dann Ultravox gegründet und durch den Erfolg beider Bands hatte ich die Möglichkeit, mir mein eigenes Tonstudio einzurichten. Ich habe fleißig im Studio weiter Songs geschrieben und als die Plattenfirma diese Sachen hörte, ermutigten sie mich, eine Soloplatte zu veröffentlichen. (Anmerkung: Hier verschweigt der nette Herr Ure ganz bescheiden, dass die erste Solo-Single "If I Was" im Jahre 1985 direkt ein Riesenhit wurde).

RockTimes: Siehst du deine Karriere als Entwicklung vom sehr keyboardlastigen Sound bis zur heutigen Uplugged-Show, oder hast du schon immer verschiedene musikalische Vorlieben gehabt?

Midge: Ich sehe das nicht direkt als Entwicklung. Ich möchte betonen, dass ich auch bei eher Keyboard-orientierter Musik wie bei Ultravox immer Gitarre gespielt habe. Die Gitarre ist mein Stamminstrument, die ich in den Jahren verschieden eingesetzt habe, aber im Endeffekt bei allen Experimenten bin ich Gitarrist- in welcher Form auch immer.

RockTimes: Gab es bei aller Begeisterung für die Musik auch mal eine Phase, in der du dem wilden Rock 'n' Roll Leben gefrönt hast, oder war dies für dich damals nie ein Thema?

Midge: (lächelt etwas verlegen): Als damals Ultravox anfing sehr erfolgreich zu werden und wir auf Tour waren, haben wir es manchmal etwas krachen lassen. Für manche Leute sahen wir aus wie vier Wissenschaftler, aber wir waren ein Band (lacht). Wir waren jung und ich denke, dass dies nur menschlich ist. Später und auch heutzutage interessiert mich das wilde Tourleben mit Exzessen und sonstigen Klischees überhaupt nicht (zeigt auf den bereits beschriebenen Tisch mit den Bananen und lacht).

RockTimes: Du hat allgemein den Ruf als der 'stille Typ', der gerne im Hintergrund arbeitet und nicht unbedingt das Rampenlicht sucht. Beim letztjährigen Jubiläum von 'Live Aid' bzw. 'Live8' warst du auch wieder, wie vor 20 Jahren, beteiligt, man sah im Fernsehen immer nur Bob Geldof in die Kameras lächeln, dich aber nie. Bist du zufrieden mit dieser Rolle oder genießt du das sogar?

Midge: Ja, dass kann man so sagen. Bob ist der Mann für die Medien und er weis sich und die Sache gut zu präsentieren. Die Leute wissen, dass ich auch daran beteiligt war und das reicht mir. Ich muss das nicht immer noch in eine Kamera sagen.

RockTimes: Wirst du denn trotzdem manchmal in deiner Heimat erkannt und angesprochen?

Midge: Ich bin der Typ, der Ähnlichkeit mit Midge Ure hat (lacht). Es ist meistens so, dass man mich z.B. auf dem Bahnsteig erkennt. Dann bleibt jemand stehen und denkt 'Der Typ sieht aus wie Midge Ure'. Während der darüber nachdenkt, bin ich aber schon weiter und er geht dann auch weiter. Ich kann Abends ein ausverkauftes Konzert spielen und am nächsten Tag gehe ich um die Ecke mit meinen Kindern im Supermarkt einkaufen und niemand erkennt mich. Ich mag es sehr, dass ich ein ganz normales Leben führen kann. Anonymität ist für mich Luxus.

Das abendliche Solokonzert unterstrich dann eindrucksvoll das musikalische Können dieses Künstlers. Mit einem schönen Mix aus sämtlichen Phasen seines musikalischen Schaffens präsentierte er 90 sehr intensive Minuten. Auffallend war seine tolle Stimme und dass er auch alle hohen Töne, wie bei "Vienna" oder "Dancing With Tears In My Eyes", sehr sauber traf. Außerdem gab es einige seiner Lieblingsongs zum besten wie "Little Girl In Bloom", was er seinem vor 20 Jahren verstorbenen Freund Phil Lynott von Thin Lizzy widmete.

Auch seine Interpretation von "The Man Who Sold The World" von David Bowie war sehr gelungen. Als Zugabe gab es dann noch seinen Hit "If I Was" sowie die Ultravox-Nummer "Hymn". Ein schöner Ausklang eines musikalisch sehr beieindruckenden Abends.

[www.rocktimes.de - Udo Gröbbels, 13.05.2006]

Interview with Midge Ure

I HAVE BEEN TRYING TO GET AN INTERVIEW WITH YOU FOR TWO YEARS, AND NOW I FINALLY GET TO SPEAK TO YOU IT'S ABOUT YOUR AUTOBIOGRAPHY AND THE BOOK PRETTY MUCH ANSWERS ALL MY QUESTIONS! WHAT WAS IT THAT MADE YOU WRITE THE BOOK?

It was something I'd never even thought of... I didn't think anyone would be remotely interested in anything I'd ever said or anything I'd ever done, but when 'This Is Your Life' got me, about three years ago now, and they compress your whole life into twenty-seven minutes even I thought mine was reasonably interesting! And lots of people saw it and I had all sorts of publishers calling me saying 'I had forgotten you'd even done that, I forget you toured with Thin Lizzy, you produced Visage, all of that stuff...' and people just started to say that I had to write it down. I thought fuck I can't remember it - I've blanked out all the bad bits and the good bits I don't even want to think about! But they put me together with Robin Eggar, a music journalist, who sharpened a great big stick and poked me with it for a couple of years until I'd remembered all the bits and pieces! It was quite a strange journey I have to say, it's a very odd thing to do!

SO THERE WAS NO QUESTION OF YOU SITTING DOWN WITH A TYPEWRITER AND A BIG STACK OF PAPER AND DOING IT ALL YOURSELF THEN?

Nope, but I think that's how Bob (Geldof) did it - he just locked himself in a room for a month until it was done, but he's an ex-journalist and I'm not, I just don't have the focus to do it so I needed someone to bludgeon me and phone me and get me thinking again...

SO WHAT WAS THE ACTUAL PROCESS - WAS IT LIKE A SERIES OF INTERVIEWS?

Yeah, Rob and I just spent ages together and he just said tell me this, tell me that, what happened here, what happened there... and I just spill it all out and we've been everywhere from his house to my house, to various clubs and various rooms booked to get away from everyone else and just sit there and do it, and we started it, god a good couple of years ago, just after 'This Is Your Life' - there's a lot to talk about!

DID YOU READ AUTOBIOGRAPHIES BY ANYONE ELSE AS PREPARATION?

No, not really - I've read Bob's... I interviewed Bob for a radio show a year ago and I read his 'Is That It' which he'd given me eight years earlier but which I'd never read because he'd taken a photograph of his diary for the week of the Band Aid record and he'd printed my bloody address! He'd taken a photograph of my address... 'Midge's studio, Chiswick' and all the rest and I just thought shit and never read the book! I did finally read it before I interviewed him but I think that his is about the only one I've read!

AND DID YOU ENJOY IT?

I did yeah, I had no idea he'd done half the things he has done...

AND I SUSPECT THAT PEOPLE WILL SAY THE SAME ABOUT YOU WHEN THEY READ YOUR BOOK...

Yeah, quite possibly... I pre-empt the book by writing that the only time that you should write a book like this is when you're dead, or when all your friends are! Basically you're bound to upset somebody and I don't mean to upset anybody, I'm just recalling what I remember from those days.

WAS IT A SCARY PROCESS IN ANY WAY?

I think the penultimate chapter in the book, about you know, going into rehab and all of that stuff - I think that just the process of going though that and reliving that stuff ended up having a huge influence on putting me there... I just couldn't deal with it - I couldn't deal with the great times being great but not being there any more - it's different times now, not really better or worse but just different and it's a bit like harking back to your youth you know? I'm fifty and it's 'wouldn't it be great if I was twenty-five again' - probably not, but when you tell the stories of touring with Ultravox and going round the world on eight or nine month tours - you do the UK and you do Europe and then you go to America and then you do Australia and New Zealand and you think fuck what a great thing to do... looking back as a father of four children, but it's kind of like beating yourself up. Christ, why would I want to go back there? They were great times and I've got great memories of it but I don't want to relive it...

I FEEL THAT YOU'VE BEEN VERY BRAVE IN PARTS OF THIS BOOK...

Or stupid!

WHICH IS PROBABLY JUST ANOTHER WAY OF SAYING BRAVE! BUT SERIOUSLY, THERE'S A LOT OF THINGS IN IT THAT PEOPLE WOULDN'T REALLY KNOW ABOUT YOU, THINGS THAT YOU DON'T HAVE TO TELL THEM, FOR EXAMPLE YOUR BATTLES WITH ALCOHOL AND YOUR TIME IN REHAB... DID YOU NOT HAVE MOMENTS WHERE YOU JUST THOUGHT ACTUALLY I'M NOT GOING TO GO HERE...

Obviously I thought about it, I thought about it long and hard and I talked to a lot of people - I spoke to my counsellors, and people around me in similar situations. It's one of those ludicrous things - I don't see it as alcoholism and maybe that's one of my problems but I'm still fighting it and I still have a problem with it - but I see it as having twenty-five years having an absolute fucking ball - you come off stage and there's always a bottle of Jack Daniels waiting for you and you just have a party with your mates - you'd sit in someone's room and stay up until three or four in the morning and you don't have to think about what plane you're catching the next day because someone else is worrying about all that for you - it's brattish behaviour to the extreme and then someone says 'well don't you think you should think about stopping?' and you put your foot on the brake and you've got no break pads and you think hold on a minute...

After twenty-five years of it and being totally honest about it, it turns into something else, so I did think about it long and hard, and I decided 'no, if I'm going to tell the story then I'm going to tell it as I remember it, exactly as it affects me'. But I thought about it for my children - because they will read it eventually, and I'm sure most of the parents at their schools will read it, but they all know - we let them all know that I was going into rehab earlier in the year and it was completely mad... I never drank during the day but because I was doing this book and coming up with all this stuff again, reliving all this stuff... I think that the book put me there! I have no qualms about giving it up - I can see the medical side and I know that if I keep going there I'll pop my clogs and that's no good to anybody, I'm a breadwinner, I'm the guy, I've got all these kids and all these responsibilities and I have to stop this. Logically it all makes sense, emotionally it's a fucking nightmare...

 It's bloody hard - you find yourself in a hotel room in the middle of nowhere and there's a minibar in the corner... and the thing is, before anyone said 'you have to stop this' I wouldn't even have thought about going to the minibar, but now someone's told me I can't... it's the naughty boy syndrome - don't tell me I can't because now I want to. When we started the book that wasn't even an issue, that came very late in the day...

ANOTHER THING I ADMIRED YOU FOR TALKING ABOUT, WAS THE RESENTMENT YOU FELT ABOUT THE PUBLIC PERCEPTION OF YOUR ROLE IN BAND AID AND LIVE AID, THE PERCEPTION THAT BOB GELDOF WAS THE FRONTMAN...

I never felt any resentment towards Bob, not against Bob god no, never ever... against the surrounding elements because since the day he asked me to get involved and we wrote the record it was Bob and I - and Bob doesn't even know I feel this and I'm sure that he is completely and utterly unaware of any of it - but I did say it to my manager, three months after the record was written and released and had done its thing and I was sitting there on the board of trustees talking about high-protein biscuits and all these things that we talked about on a daily basis for hours on end, and the thing had turned into Live Aid which I thought was a natural continuation.

It wasn't until the day that we had to go and announce that the concert was going to happen that I found myself standing wit the people who weren't part of the Band Aid trust, who weren't part of the Band Aid recording... I was just one of the musicians and I could hear Bob next door announcing to the world that Live Aid was happening, and I thought that was a bit odd... and then straight after the concert - when Iwas told that technicallyI had to shift my performance round with Bob's - Bob was meant to play after Ultravox - and it all got shifted round and I did my bit and came off stage and watched the rest of the show and these journalists all came up and asked me how it felt to be shafted by Bob because it all had to be moved around so that Bob could fit in with the Royals. And I thought fucking hell, but I bit my tongue but it then just became apparent that forces around Bob - and not at his instigation - were just looking out for Bob, and he was the face of the whole thing and he was driving the project and I had been relegated into second position...

DO YOU THINK BOB WILL READ THE BOOK?

I fucking doubt it! I only read his because I had to read it before I interviewed him! But knowing the character he is, he won't give a shit about what's in the book! Nothing against him - it all comes back to what I write at the start of the book aboiut it being what I remember, and I lived with it for such a long time and at the end of the day it really doesn't fucking matter any more! The fact that the concert and the record worked and made the money they did, that's what matters.

HOW DID YOU FEEL AT THE END OF THE WHOLE BOOK-WRITING PROCESS?

Well I just had this big bundle of papers that I took around with me, sitting in hotel rooms scrubbing parts out - Mr Eggar just said tell me everything and so he's printed everything! And I'm reading it thinking 'well that's going to upset my ex, that's going to upset my wife, that's going to upset my family' - I went through it for hours on end but I've still not seen a finished copy yet so it's not quite finished for me yet...

HAVING RELIVED THE LIFE YOU'VE LIVED THROUGH THE PROCESS OF WRITING THIS BOOK, IS THERE ANYTHING THAT YOU WISH YOU'D DONE DIFFERENTLY?

I think biog-wise it would be lovely to eliminate Slik, but realistically if it wasn't for Slik then I wouldn't have joined the Rich Kids! But I can't go back and change it and if I could change something then it would affect a million other things - I think it was James Stewart in 'It's A Wonderful Life' who says you can't change what's there, and I wouldn't want to change what's there...

If I hadn't done Slik then I wouldn't be sitting here now talking to you about this book, or doing my tour, or doing a BBC documentary - all of these things would never have happened. But yeah, if I could change things it would be really good to eliminate Slik and be discovered in a really cool band.. but then again maybe I needed Slik to give me the thick skin and to give me the taste of what it felt like, and to know that I wanted more of this but on my own terms...

TO BE HONEST I DON'T THINK PEOPLE REALLY REMEMBER SLIK ANY MORE, AND PEOPLE ASSOCIATE YOU WITH THEM EVEN LESS - ULTRAVOX HAS DEFINITELY TAKEN OVER FROM THAT...

I think it has been overshadowed, but mediawise and music-industrywise... I still go and do interviews and people still go 'Yeah well, Slik!' - so once you're tarred with that brush it's very difficult to get away from it...

AFTER EVERYTHING ELSE YOU'VE DONE, THAT MUST HURT!

No it doesn't not at all - I think it probably did initially... for the five years after Slik I got really irate about it, but what else do people have, they have to have a reference point for who you are and where you come from, but now it doesn't matter.... people mention bloody Joe Dolce beating 'Vienna' to number one more than anything else now!

I CAN TELL FROM READING THE BOOK, THAT WHEN YOU DO INTERVIEWS YOU TEND TO GET ASKED ALL THE SAME QUESTIONS, BUT I DO JUST WANT TO TOUCH ON BAND AID AND LIVE AID, ESPECIALLY WITH THE 20TH ANNIVERSARY OF THE SHOW THIS YEAR AND THE DVD RELEASE COMING OUT FOR CHRISTMAS... I IMAGINE YOU ARE QUITE INVOLVED IN ALL SORTS OF THINGS THAT IT WOULD BE GOOD TO LET PEOPLE KNOW ABOUT...

Sure, well I've been working on a documentary - they asked me to do it last year and I said great... a few days to make an hour documentary, interviewing people... it has taken fucking months! I went to America to interview Sting for twenty minutes, I did a fantastic interview with Bono, but I've gone back and spoken to most of the key people who were major influences at the time...

THAT SOUNDS LIKE IT COULD HAVE BEEN A LOT OF FUN?

It was great because on the day of Band Aid, the twenty-four hours we had to do all the vocals and Phil Collins' drums and mix the record, I was stuck behind the bloody desk!

SHOUTING AT BOB!

Yeah, shouting at Bob... 'leave my bloody intercom alone!'... but it all meant that I didn't know about the shenanigans going on outside - Duran Duran and Status Quo getting up to all sorts of dodgy chemicals - I was blissfully unaware, I was trying to make it all work, trying to glue it all together, so going back and talking to people and getting their honest opinions... bearing in mind what most people forget, that all those people who turned up that wet Sunday morning had never heard the song - it could have been the biggest piece of crap ever... they came along and the sang the song and they put their names and their character and their power behind the record to make the record happen and that I think is the huge revelation to me - I just thought it's a song and they came along and sang on it, but they could so easily have come along and said 'fucking hell my young cousin could have come up with something better than this' - which they might well have been able to do - so in hindsight, having spoken to all those people it was great...

IT'S A VERY INTERESTING REFERENCE POINT FOR ME, THE WHOLE BAND AID, LIVE AID THING - OBVIOUSLY DOING WHAT I DO I SPEAK TO A LOT OF THE PEOPLE WHO PARTICIPATED AND I READ ALL THEIR AUTOBIOGRAPHIES WHICH ALL OVERLAP AT THAT POINT... SPANDAU BALLET, BOY GEORGE, STEVE STRANGE...

Ah yes, Steve Strange - (laughs) from the world of Steve... "And then I came up with the idea of Visage" - you came up with it? Right! Rusty Egan and I have often laughed about that one!

AND THERE'S A COUPLE OF THINGS YOU TOUCH ON IN THE BOOK AS ONGOING PROJECTS; AN ALBUM OF COVERS?

Well I'm kind of doing these things right now and on tour I'm playing things that are fairly obscure - there's a track I play by Queen ' Nevermore' which is on Queen II which I loved - it's only a minute and half long and I've lengthened it and it's now a minute a fifty seconds but it's such a beautiful tune. I play that and I play stuff from The Small Faces, from Fleetwood Mac - early Fleetwood Mac - stuff that was lifelines to me for music when I started out in Glasgow and my lifeline was Top Of the Pops... in those days seeing The Small Faces and then Fleetwood Mac with Peter Green or whatever and I just loved it all... but I will do the covers album - I started it twenty years ago when I did 'No Regrets'...

YOU'RE ALSO HEADLINING THE HERE & NOW TOUR AT CHRISTMAS... WAS IT A DIFFICULT DECISION TO DO SOMETHING LIKE THAT?

Well I've turned it down twice already - simply because I think that by doing those things you can quite easily be coerced into resting on your laurels and never have to write anything new... and these tours happen all over the world and you can quite easily - just like these sixties and seventies tours that happen all the time - sit back, never write anything new and just go out and sing 'Vienna' and I'm not about that you know? But when it was pointed out that these days I'm not in a position to go out and play with a full band and the full stage set and PA rig and stuff in the UK - the costs in the UK are just too prohibitive - and play to 100,000 people in seven days and just go onstage and plug in your electric guitar... and I said 'Electric guitar? Yes!' So I'm doing it - it would have been stupid of me to cut off my nose to spite my face and I want those fifteen or twenty thousand people each night to go out singing 'Vienna' or 'Dancing With Tears' or 'Reap The Wild Wind' or any of them... and I'm looking forward to it now, in a kind of perverse way!

IT MADE ME LAUGH THAT NIK KERSHAW ON HIS WEBSITE WROTE THAT ALL THE ARTISTS ON THE TOUR MET UP FOR A PHOTO SHOOT, AND HE SAID TO YOU 'HOW DID THEY GET YOU TO DO IT?' AND YOU SAID 'THEY TOLD ME YOU WERE DOING IT, HOW DID THEY GET YOU TO DO IT?' AND HE SAID....

...They told me you were doing it! That's true! Someone else I can talk to about guitars! I really respect Nik - he's a great guitar player and a great writer and when they told me he was doing it I said OK!

BUT BEFORE THAT YOU'RE DOING A SERIES OF BOOK SIGNINGS AROUND THE UK - WHICH ARE ALSO GOING TO BE PERFORMANCES AREN'T THEY?

I'm not sure if I can stand there for an hour and a half just talking and reading the book, you know 'me me me me me!', so I think it might be interesting to just pick up a guitar and say here's a song I wrote about this thing and then play the song, so it's a performance, a reading, a book-signing and a question and answer type thing, which I've never done so it will be interesting to do it...

[Source: Remembertheeighties.com, September 2004]

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